Umkehrosmose zur Sickerwasserbehandlung kombiniert mit Ionentauscher

TDL Energie hat einen weiteren Auftrag zur Lieferung einer containerisierten Umkehrosmoseanlage zur Deponiesickerwasserbehandlung nach England erhalten.

Die 3-stufige Anlage mit einer Behandlungskapazität von 150 m³/d wird im Juli 2026 auf einer Deponie in
Staffordshire aufgebaut und in Betrieb genommen.

Bei der Behandlung des Deponiesickerwassers mit Umkehrosmosetechnik entstehen zwei Wasserströme.

Abhängig von der Zusammensetzung des Rohsickerwassers sind es ca. 80% sauberes Wasser(= Permeat)
und ca. 20% Schmutzwasser (= Konzentrat).

Das Permeat wird in einen Vorfluter eingeleitet, also direkt in die Natur abgegeben.

Das Konzentrat wird extern entsorgt.

Die regionale EPA hat für die Einleitung des Permeats sehr strenge Einleitbedingungen vorgegeben.
Der Einleitwert für Ammonium (NH4-N) liegt bei <5 mg/l.

Um diesen geforderten Einleitwert einzuhalten, wird hinter die Umkehrosmoseanlage eine zweite
Behandlungsstufe für das Permeat installiert.

Diese zweite Behandlungsstufe ist ein Ionentauscher, der selektiv auf Ammonium ausgelegt ist.

Der Ionentauscher ist redundant gebaut, so dass eine kontinuierliche Behandlung sichergestellt ist.

Bei der Umkehrosmosetechnik handelt es sich um eine seit vielen Jahren erprobte Sickerwasserbehandlungstechnik,
um stark belastete Deponiesickerwässer gemäß den immer strenger werdenden Anforderungen durch die Genehmigungsbehörden sicher zu reinigen.

Sie kann auch als zusätzliche Behandlungsstufe bei älteren Anlagen zur Sickerwasserbehandlung, die die neuen zukünftigen
Anforderungen nicht einhalten, eingebunden werden, wie zum Beispiel bei alten biologischen Behandlungsanlagen (SBR).

Die Umkehrosmosetechnik gehört heute bereits zu den sogenannten „besten verfügbaren Technologien“ (BVT) zur Sickerwasserbehandlung, die zurzeit im Rahmen des Sevilla-Prozess auf europäischer Ebene diskutiert und in den BVT-Merkblättern für die EU-Industrieemissionsrichtlinie (IED)
bis zum Jahr 2030 definiert werden müssen.